Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat nach der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (06.05.) weitere Lockerungen im Tourismus sowie in der Gastronomie angekündigt. Kontaktbeschränken sollen jedoch noch mindestens bis zum 5. Juni 2020 aufrechterhalten werden.  

 

Als Service für Sie hier ein Auszug der wichtigsten Lockerungen im Überblick – gültig ab 18. Mai 2020:  

  • Das Betretungsverbot für Inseln und Halligen entfällt.
  • Beherbergungsbetriebe wie Ferienwohnungen oder Hotels können mit voller Kapazität wieder öffnen. Allerdings nur unter Einhaltung von Auflagen und im Rahmen der geltenden Kontaktbeschränkungsregeln. Gemeinschaftsräume sowie Schwimmbäder und Saunabereiche bleiben geschlossen.
  • Gastronomiebetriebe dürfen unter Auflagen hinsichtlich Reservierung und Abstand wieder öffnen
  • Camping- und Wohnmobilstellplätze können wieder genutzt werden, soweit sich die Gäste völlig autark versorgen können. Toiletten werden geöffnet. Duschen und Gemeinschaftsräume bleiben geschlossen.
  • alle Freizeitangebote – etwa Ausflugsschifffahrt oder Strandkorbvermietungen – können wieder geöffnet werden, soweit Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.
  • die Bäderorte dürfen nach Absprache mit den Kreisen wieder sonntags ihre Geschäfte öffnen – die derzeit ausgesetzte Bäderregelung tritt dann wieder in Kraft.
  • Tattoo-Studios, Kosmetikstudios und Massagepraxen dürfen – bis auf Gesichtsbehandlungen – wieder tätig werden.
  • Fitnessstudios können unter Auflagen wieder öffnen. 

Bei Bedarf und mit Blick auf das Infektionsgeschehen können die einzelnen Kreise eigene Regelungen umsetzen. 

 

Zu den Regelungen im Einzelnen:

 

Alle Betriebe haben ein Hygiene- und Sicherheitskonzept anzufertigen, in dem auch darzulegen ist, wie die Abstandsregeln eingehalten werden können. Dieses Konzept hat drei Tage vor Inbetriebnahme vorzuliegen. Es ist auf Nachfrage jederzeit den Ordnungsämtern offenzulegen oder den Gesundheitsbehörden anzuzeigen. 

 

Die Öffnung von Gaststätten ist auf eine Höchstzahl von gleichzeitig anwesenden Personen pro Gastraum beschränkt. Pro Gastraum sind maximal 50 Gäste zulässig. Grundsätzlich sind Tische für zwei Personen vorzusehen, allerdings dürfen Gruppen im Rahmen der Kontaktbeschränkungsregeln zusammensitzen. Zwischen den Gästegruppen ist ein Abstand von mindestens 1,50 Metern zwingend, was eine Platzierung Rücken an Rücken ohne Schutzwand ausschließt.

 

Die Reservierung erfolgt unter Angabe sämtlicher Gästenamen, -anschriften und einer Kontakttelefonnummer. Die Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz gelten die Regelungen für alle gastronomischen Betriebe, auch wenn diese nur Teil anderer Einrichtungen sind wie etwa in Tierparks, auf Sportanlagen oder in Bäckereien sowie Einzelhandelsgeschäften. 

 

Beim touristischen Vermietungsgeschäft müssen die Vermieter ein möglichst kontaktloses Ein- und Auschecken einschließlich der Schlüsselübergabe gewährleisten. Für Ferienwohnanlagen mit gemeinsamen Eingängen ist sicherzustellen, dass auf Begegnungs- und Aufenthaltsflächen wie Fluren, Treppenhäusern oder Parkplätzen der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Personen oder Personengruppen eingehalten werden kann. Auch die Zimmerbelegung richtet sich nach den Regeln über die Kontaktbeschränkung. Gemeinschaftsräume und Schwimmbäder bleiben geschlossen. 

 

Die Ausflugsschifffahrt wird unter den für die gastronomischen Betriebe geltenden Voraussetzungen zugelassen. 

 

Zutritt für Familienangehörige von Inselbewohnern (gültig bis 17. Mai 2020)

 

Darf jemand, der einen Verwandten mit Hauptwohnsitz auf einer Insel oder Hallig besuchen möchte, auch seinen Partner mitbringen? Bislang war dies nicht möglich.

 

Land und der Kreis Kreisnordfriesland haben Mitte dieser Woche jedoch eine pragmatische Lösung gefunden: Wer mit den zum Besuch berechtigten Angehörigen in einem Haushalt lebt, darf mitkommen. Allerdings müssen alle Besucher bei Kontrollen nachweisen können, dass sie mit dem besuchten Insulaner eng verwandt sind oder dass sie mit einem berechtigten Besucher in einem Haushalt leben. Besuchenden Familienangehörigen (ersten Grades) dürfen unter diesen Voraussetzungen ihren Partner mitnehmen.

 

Dafür eignen sich eine Kopie des Personalausweises der Person, die ihren ersten Wohnsitz auf der Insel hat, sowie Geburtsurkunden, Auszüge aus dem Stammbuch, ein alter Kindergeldbescheid oder andere Dokumente, aus denen sich das Verwandtschaftsverhältnis ergibt. Eine weitere Regel lautet, dass die Besucher gemeinsam an- und abreisen und auf der Insel stets zusammenbleiben müssen. 

 

Orientierungshilfe zur Wiedereröffnung von Ferienunterkünften in Corona-Zeiten

 

Der Deutsche Tourismusverband und der Deutsche Ferienhausverband geben innerhalb einer Checkliste Orientierungshilfe für die Wiedereröffnung von Ferienwohnungen und -häusern. Die Checkliste ist eine ausdrückliche Handlungsempfehlung und wird als "Living-Document" ständig überarbeitet und angepasst. Zum "Living Document"